Interdisziplinäre Tagung "Grenzen der Religion"

Grenzen der Religion. Gesellschaftliche Konstellationen zwischen Totalität und Differenz

Interdisziplinäre Fachtagung an der JGU Mainz vom 09.01.-11.01.2019

Die „Renaissance der Religion“ ist ein vielbeschworener Topos. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die für das Selbstverständnis der modernen Gesellschaft lange Zeit zentrale Säkularisierungsthese, also die Annahme, dass die fortschreitende Modernisierung auf Dauer zu einem Verschwinden der Religion aus der Öffentlichkeit führen werde, zunehmend in Kritik geraten. Dabei ist sowohl in der politischen Öffentlichkeit als auch in der wissenschaftlichen Diskussion von einer „Wiederkehr der Religion“ und von der „postsäkularen Gesellschaft“ (Habermas) die Rede gewesen. Dabei wurde zu Recht die Frage gestellt, ob der Eindruck, dass diese Präsenz der Religion im politisch-öffentlichen Raum etwas Neues sei, nicht auf einer eurozentrischen Perspektive beruhe, welche die abnehmende Bedeutung der Religion für die eigene Gesellschaft zum Maßstab für die Moderne als ganze genommen hatte.

Demgegenüber wurde in einer von Umbruchserfahrungen geprägten Gegenwart des neuen Jahrtausends immer wieder deutlich, wie wenig sich gesellschaftliche Diskurse und Konflikte als Phänomene einzelner sozialer ‚Felder‘ definieren lassen: Fragen zur Integration religiöser Gemeinschaften, zur kulturellen Identifikation mit religiösen Traditionen oder zur gesellschaftlichen Abgrenzung von bestimmten religiösen Kulturen wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder intensiv und nicht selten auch außerhalb der eigentlichen gesellschaftlichen Debatte um die Religion polemisch diskutiert, sei es im Zusammenhang mit dem Thema Migration, mit außenpolitischen Konflikten, oder mit Unschärfen der politischen Definitionen des Religiösen, der Wissenschaft, des Rechts.

Diese Erfahrung des Konflikts zwischen vermeintlich differenten gesellschaftlichen Räumen stellt kein neues Phänomen dar. Vielmehr lässt sich der Austrag solcher Konflikte als wesentliche Praxis der Aushandlung gesellschaftlicher Definitionen verstehen. Dies zeigt die historische Perspektive auf Grenzziehungskonflikte rings um die Religion, der sich die Tagung widmet.

 

 

Der öffentliche Eröffnungsvortrag findet im Rahmen des Studium generale am 9. Januar 2019, um 18.00 Uhr c.t., am Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Hörsaal N1) statt. Prof. Dr. Detlef Pollack (Münster, Sprecher des Exzellenzclusters ‚Politik und Religion‘) trägt vor zum Thema „Der Totalitätsanspruch des lateinischen Christentums und seine Begrenzung: Sozialhistorische Analysen zur Emergenz der Moderne“. Ebenfalls öffentlich ist der Abendvortrag von Prof. Dr. Franz Brendle am 10. Januar 2019, 19.00 Uhr im ‚Haus am Dom‘. Für die weiteren Veranstaltungen (10./11. Januar 2019, Tagungszentrum der Akademie des Bistums, ‚Erbacher Hof‘) ist eine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen sowie das detaillierte Programm finden Sie unter den jeweiligen Unterseiten.

Organisation:

Jun.-Prof. Dr. Thomas Blank

Historisches Seminar: Kulturgeschichte der Antike lllllll

Jakob-Welder-Weg18 (Philosophicum), 03-584

55128 Mainz

Homepage

Tel.: +49 (0)6131 39-23398

Mail: tblank@uni-mainz.de

Jun.-Prof. Dr. Annika Schlitte

Philosophisches Seminar: Sozial- und Kulturphilosophie

Jakob-Welder-Weg18 (Philosophicum), 01-932

55128 Mainz

Homepage

Tel.: +49 (0)6131 39-26997

Mail: annika.schlitte@uni-mainz.de